Berichtigungen
Leider haben sich infolge des hohen Zeitdrucks auch noch bei der Drucklegung einige Fehler eingeschlichen. Des weiteren sollen hier auch jene Berichtigungen berücksichtigt werden, die sich durch Leser-Feedback ergeben haben.
S 30: 1.Abs. unter den oberen Bildern: "...eine Lizenz der englischen Firma Ferranti..."
S 38: 1976, 1.Abs.: "So konnte wenigstens auf MW..."
S 40: 2. Abs. - Die Formulierung "Bei A290D, dem PLL-Stereo-Decoder war das anders...." kann so nicht mehr aufrecht erhalten werden. Obwohl seinerzeit seitens RuF und HFO immer wieder beteuert wurde, dieses BE sei eine Eigenschöpfung und keine Nachentwicklung, stellt sich nun heraus, daß dieser Pin- und funktionskompatibel mit dem MC1310P von Motorola ist.
S 43: 1982, "...nicht dagewesenen Leistungsschubes..."
S78: vorletzter Abschnitt - "...und der DRAM-Controller U80601 für 16-Kbit- bis 256-Kbit..." ist falsch. Die IS U80601 ist die CPU des MP-Systems U80600 - die richtige Bezeichnung für den DRAM-Controller ist U80610.
Zum MP-System U80600 liegen PS jetzt ausführliche Informationen vor:
"Schnelles 16bit-Mikroprozessorsystem U80600" (Reihe "Mikroelektronik Information").
S 91: Ausblick - 4.Zeile: das Wort "Versorgung" entfällt
S 97: letzter Abs. ganz unten, ab: "Das Zentrallaboratorium für ..." bis nächste Seite "...als sogenannte Konsumgüterproduktion hinzukommen." gehört nicht hierhin, sondern in den nächsten Abschnitt "Kombinat Rundfunk und Fernsehtechnik - RuF" vor dem 2. Abs. "Im Jahre 1978 bekamen..."
S 123: 2.Abs.: "die natürlich auch alle an dem Deal profitieren wollten."
Ein sehr aufmerksamer Leser hat eine ganze Liste (leider, aber wahr!) von Schreib- und inhaltlichen Fehlern zusammengestellt, so daß nun hoffentlich alle Fehler beseitigt sind.
Ergänzungen
Das gleiche gilt insbesondere auch für inhaltliche Ergänzungen.
Hier eine erste Ergänzung zur Literatur, die außer dem bereits erwähnten "10 Jahre Mikroelektronik" zur weiteren Diskussion beitragen kann.
In den "Dresdner Beiträgen zur Geschichte der Technikwissenschaften" finden sich einige interessante Schriften:
(1) A.Kirpal: "Die Entwicklung der Transistorherstellung von den Anfängen bis zur Massenproduktion", H12(1986)
Leider geht der Autor schwerpunktmäßig nur auf die Entwicklung in den kapitalistischen Ländern ein, die Entwicklung im SW kommt zu kurz. Interessant ist es dennoch, denn dort steht, daß bereits im Jahre 1952(!) die Entwicklung im WBN begann, daß 1961 im HWF 2,4MioStück Halbleiter-Bauelemente produziert worden und im Jahre 1962 dann schon 3,4MioStück.
(2) Bernd Falter: "Die technologische Lücke - Zum Rückstand der Mikroelektronik-Industrie der DDR", H25(1998), S15-38
(3) Reinhard Buthmann: "Die strukturelle Verankerung des MfS in Wissenschaft, Technik und Technologie", H25(1998), S39-70
(4) Gerhard Barkleit: Mikrochips als Wunderwaffe - Hochtechnologie in der Zentralplanwirtschaft der DDR", H25(1998), S71-87
(5) Dolores L. Augustine: "Werner Hartmann und der Aufbau der Mikroelektronik-Industrie in der DDR", H28(2003), S3-31
Noch unbestätigt ist letzteres von Prof. Hartmanns Tochter geschrieben und liegt PS im Volltext OCR-gescannt und damit als Datei vor. Eine erste Bewertung erfolgte von einem Zeitzeugen in ehemals hoher Leitungsfunktion.
(6) Wenzel, Bernd: "Beitrag zur Geschichte der Mikroelektronik der DDR", Dissertation Mitte 1989 an der TU Ilmenau vorgelegt und Ende 1990 verteidigt.
Signatur der Bibo der Humbold-Uni Berlin: 91 HB 1916
Das Werk (Lichtpausen-Qualität) ist in der Endphase der DDR geschrieben, in den Wendewirren vorgelegt und nach dem Untergang der DDR verteidigt - also ein ganz besonderes Zeitdokument! Es werden viele, bisher unbekannte Fakten erwähnt, aus naheliegenden Gründen vielfach aber leider auch keine Hintergründe aufgezeigt. Viele Fragen bleiben weiterhin offen!
In Auszügen von PS gescannt (im Inhaltsverzeichnis grün markiert), liegt es nun als Word-Dokument vor.
Inhaltsverzeichnis und Zeitleiste sollen hier als Leseprobe dienen.
(7) Einige Ergänzungen zu Bauelementen, die bisher in der Liste im Buch fehlen, können hier nachgelesen werden. Außerdem gibt es einen Hinweis auf eine Firma, deren sächsische Wurzeln auch auf den ehemaligen VEB Spurenmetalle Freiberg zurückzuführen ist und die jetzt im Zuge des wirtschaftlichen Höhenfluges alternativer Energiegewinnung in der Photovoltaik-Branche großartige Erfolg verbuchen kann.
Auch andere, nicht direkt in die Halbleitertechnik involvierte ehemalige VEB's, die im PS-Buch erwähnt werden, haben in der Marktwirtschft bis heute überlebt.
Während z.B. das Stammwerk des Kombinates NARVA in den ehemaligen BGW-Gebäuden in Berlin abgewickelt wurde - die sanierten Reste des denkmalgeschützten Gebäudeensembles dienen jetzt als Gewerbepark - erfreuen sich die Produktionsstandorte
- Plauen (KFZ-Lampen)
- Brand-Erbisdorf (Leuchtstofflampen)
- Oberweißbach (u.a. Weihnachtsbaum-Beleuchtung)
an ihrem bisherigen Weiterbestehen - natürlich privatisiert!
Daß es bereits in den 70er Jahren Photovoltaik-Bauelemente in der DDR gab, allerdings nicht aus Silizium, sondern auf Selen-Basis, zeigt diese Anzeige in der Fachpresse.
(8) Es gibt ein neues Buch zur Geschichte des Halbleiterwerkes Frankfurt/O:
"Halbleiter aus Frankfurt", von Jörg Bergner,
ebenfalls im www.funkverlag.de Ende 2005 erschienen. Dazu wurde von PS (unter der Mitwirkung weiterer "Insider" eine Rezension mit zusätzlichen Anmerkungen und offenen Fragen geschrieben.
(9) Sehr interessant sind neue Erkenntnisse aus bisher unerschlossenen Quellen, die belegen werden, daß - wie schon im PS-Buch angedeutet wurde - in Deutschland bereits vor und während des 2. Weltkrieges, sowie kurz danach an Halbleitern geforscht wurde und erste Versuche mit solchen Bauelementen durchgeführt worden sind. Diese Erkenntnisse werden nun hier veröffentlicht.
(10) 2004 und 2006 fanden in Chemnitz bzw. Erfurt Tagungen zum Thema "Informatik in der DDR - eine Bilanz" statt. Außer einigen, wie üblich "west-orientierten Historikern" waren auch eine Vielzahl ehemaliger "Insider" aus strukturbestimmenden Betrieben der ehemaligen DDR dabei (z.B. Prof. Gerhard Merkel, Techn. Direktor ROBOTRON), so daß man von einer doch recht großen Wahrheitstreue des dort vorgetragenen Materials ausgehen kann. Einen Blick in das Inhaltsverzeichnis des Tagungsbandes (ISBN 978-3-88579-420-2) gibt es hier. Der Tagungsband kann bei der Fachhochschule Erfurt/Informatik bestellt werden.
Ebenfalls sehr interessant ist ein "Bildband" mit dem Titel "Silicon Saxony" - ein sehr gut bebilderter Abriß der Halbleitergeschichte im sächsischen Industrieraum in Anlehnung an das berühmte "Silicon Valley" in Kalifornien/USA. Inhaltlich - zweisprachig - ist natürlich, wie üblich aus der Sicht der (möglicherweise) "Wessi"-Autoren, vieles auf der Strecke geblieben bzw. verzerrt dargestellt oder falsch interpretiert. Aber einige Details - offenbar aus dem Hartmann-Fundus - sind doch neu und es bedarf sicherlich dazu noch einiger Diskussion. Ganz hervorragend sind allerdings die zahlreichen Bilder, viele bisher noch nie veröffentlichte Unikate.
Leider kann auch ein Inhaltsverzeichnis aus Gründen des deutschen Urheberrechts nicht gezeigt werden, deshalb hier eine kurze Inhaltsbeschreibung.
Das Werk (ISBN 3-9808680-2-8) kann in 3 verschiedenen Aufmachungen (und Preis!) beim Verlag c/o Kommunikation Schnell GmbH in Dresden bestellt werden.
(11) Ende der 80er, als es dann auch schon dem Ende der DDR zu ging und es keiner wahrnehmen wollte, wurden noch die aberwitzigsten Forderungen an die Halbleiterindustrie gestellt. Solche "Wunschlisten" wurden dann unter strengster Geheimhaltung in den zuständigen Gremien des Kombinats Mikroelektronik diskutiert - auch der AEB war regelmäßig daran beteiligt. Rausgekommen ist dann in der Regel eine Empfehlung an die Kombinatsleitung - Bereich F&E, dieses oder jenes BE in den nächsten F&E-Plan des Kombinates aufzunehmen und die betreffenden HL-Betriebe mit der Entwicklungsaufgabe zu beauftragen.
Ein Beispiel solcher "Wunschliste" kann hier eingesehen werden.
Es gab aber auch schon warnende Hinweise, dass hier und da "das Ende der Fahnenstange" erreicht ist und somit trotz Milliarden-Investitionen in der Halbleiterindustrie und Ausschöpfung aller vorhandenen und auch schon der geplanten Ressourcen die überproportional wachsenden Forderungen der DDR-Anwenderindustrie und Exportverpflichtungen für die Jahre nach 1990 nicht mehr zu befriedigen gewesen wären.
Ein beredes Beispiel dafür zeigt die "Letzte Bauelemente-Strategie des KME", eine damals als VVS deklarierte Vorlage des KME-Generaldirektors.